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Modell Neubau Schubertstrasse 23 - 25
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Gewobau Neubau Schubertstrasse 23 - 25


Neubau Schubertstraße 23 - 25 in 55543 Bad Kreuznach


Das Musikerviertel lebt weiter auf – ein Wohn‐Integrations‐Projekt entsteht

Das Musikerviertel macht weiter Schule. In Kürze wird dort ein Wohn‐Integrations‐Projekt für wohnortnahe Psychiatrie entstehen, das den betroffenen Menschen, die aus ihrem Therapieaufenthalt entlassen wurden, ein weiteres Stück zurück in die Alltags‐Normalität ermöglicht.

Menschen, die durch welche Umstände auch immer von psychischen Erkrankungen betroffen sind, nach einer längeren stationären Therapie wieder einen Weg zu bereiten, sich selbstständig zurechtzufinden und dabei dennoch umfassend betreut und begleitet zu werden, ist das Ziel und die Aufgabe des neu entstehenden Wohn‐Integrations‐Projekts im Musikerviertel Bad Kreuznach. Die GEWOBAU lässt dazu in der Schubertstraße gemeinsam mit der Rheinhessen‐Fachklinik Alzey ein entsprechendes Gebäude entstehen. Für insgesamt 24 Betroffene wird dort Raum für mehrere Wohngruppen geschaffen, in denen diese unter fachlicher Betreuung wieder schrittweise in den Alltag integriert werden.

Langjähriges Vorhaben endlich realisierbar

Es ist das erste Projekt dieser Art in Landkreis und Stadt Bad Kreuznach, für das die GEWOBAU aktuell einen modernen Gebäudekomplex mit 24 Wohneinheiten und Gemeinschaftsräumen errichtet. „Diese Art Wohnprojekte bieten Menschen, die an einer solchen Erkrankung leiden, eine echte Chance, um in ein selbstständiges Leben zurückzufinden. Raus aus einer ‚Sonderwelt’ – rein in ein befreites Leben”, so Frank Müller, Leiter der Rheinhessen-Fachklinik.

Mehr als zwei Drittel der Bevölkerung leiden irgendwann im Leben unter einer psychischen Erkrankung, oft nur kurzfristig. Schwere Depressionen, Burnout, Angstzustände, erblich bedingte Erkrankungen oder durch Unfälle oder aus sonstigen Gründen erlebte Traumata und erworbene seelische Behinderungen können jeden treffen. Sie erfordern oft einen Aufenthalt in einer therapeutischen Klinik, wo die Betroffenen bewusst zunächst einmal von der Außenwelt abgeschottet werden. Eine für den Behandlungsverlauf oft notwendige Maßnahme. Im Laufe der Therapie müssen die Betroffenen dann wieder schrittweise an den Alltag herangeführt und in diesen integriert werden. Ein Wohnprojekt, wie es nun in der Schubertstraße entsteht, sorgt dafür, dass die Bewohner nach einem Klinikaufenthalt in einer geschützten aber dennoch vom Alltag bestimmten Umgebung in die "Normalität" zurückfinden. Wesentlich dabei ist auch, dass sie wieder in der Nähe ihrer Familien und Freunde selbstständig leben können und dennoch rund um die Uhr von Sozialarbeitern fachlich betreut werden.

Betreute Wohngemeinschaften in einem guten sozialen Umfeld für eine Re-Integration in den Alltag

Das alltagsnahe Leben in den hier entstehenden Gemeinschaftsappartements gibt den Erkrankten die notwendige Struktur zurück, die gebraucht wird, um in der Realität zu bestehen. Menschen mit solch einer Krankheitsgeschichte müssen wieder lernen, mit anderen Menschen in eine Beziehung zu treten, da sie sich entweder selbst abgeschottet haben oder durch die Behandlung in der Klinik aus dem "normalen Leben" herausgenommen wurden.

Oft fühlen oder fühlten sie sich von alltäglichen Arbeiten überfordert und haben oder hatten keine Motivation aufzustehen, aufzuräumen, einkaufen zu gehen.

In den Wohngemeinschaften des entstehenden Zentrums wird es einen strukturierten, regelmäßigen Tagesablauf geben, in dem die Betroffenen allen Aufgaben, die das Zusammenleben erfordert, auch selbst nachgehen müssen. Durch die Betreuung und das Wohnen in der Gruppe gewinnt jeder Einzelne die notwendige Sicherheit, die gebraucht wird, um sich im Alltag zurechtzufinden. Die Menschen erhalten eine Orientierung und werden wieder zum selbstständigen Wohnen und Leben angeleitet.

Leben und arbeiten mitten im Leben – und nicht am Leben vorbei: Der Inklusionsgedanke wird umgesetzt

Damit dieser Schritt wirklich gelingt, ist es wichtig, ein solches Wohnzentrum in eine Wohngegend zu integrieren, die eine entsprechende Infrastruktur aufweist und ein gut strukturiertes soziales Umfeld bietet – und Familie, Freunde, Nachbarn in der näheren Umgebung, aber auch Geschäfte, aktive Stadtteilvereine, Kirchengemeinden, Sport- und Kulturangebote, Ärzte, Apotheken und Gaststätten in unmittelbarer Reichweite zu wissen.

Nach dem Prinzip der Inklusion soll gefördert werden, dass die Menschen mit einer solchen Beeinträchtigung über das Miteinander mit anderen wieder in das alltägliche Leben zurückfinden.

Bürgermeister Wolfgang Heinrich, Aufsichtsratsvorsitzender der GEWOBAU: "Der Integrationsgedanke, der hinter diesem Projekt steckt, hat uns als Bauträger sehr gefallen. In Zeiten, in denen das Thema der Inklusion immer stärker in den Vordergrund rückt, haben wir gerne die Aufgabe übernommen, als Partner der Rheinhessen-Fachklinik ein modernes Zentrum in einem bereits von uns sehr geprägten Stadtviertel zu bauen. Toleranz und Akzeptanz werden gefördert, der Umgang miteinander positiv gestärkt und in diesem Teil der Stadt entsteht so eine bunte Gemeinschaft, die Vorzeigecharakter haben wird."

Das Musikerviertel – idealer Standort für das Projekt

Schon seit 2008 gab es seitens der Rheinhessen‐Fachklinik Überlegungen, in Bad Kreuznach das hier dringend benötigte wohnortnahe Wohn‐Integrations‐Projekt umzusetzen und auszubauen. Seit 2010 wurde konkret nach einem geeigneten Standort dafür gesucht und im Jahr 2013 hat man sich für das Musikerviertel entschieden.

"Der Stadtteil ist ideal für solch ein Projekt", berichtete Quartiersmanager Dirk Basmer bei der ersten Informationsveranstaltung am 3. April 2014, bei der sich Vertreter von Vereinen, Schulen, Kitas und anderen Institutionen im Stadtteilbüro zu diesem Thema austauschten. "Das Programm ‚Soziale Stadt‘ hat hier bereits Vieles zum Positiven bewegt. Die Sozialstruktur ist ausgewogen und es gibt viele Netzwerke, die eine gute Ausgangsbasis eben auch für dieses Projekt darstellen und wir sind froh, dass die Entscheidung für diesen Teil der Stadt gefallen ist."

"Das Musikerviertel bietet alles, was notwendig ist, um die notwendigen Ansprüche zu erfüllen", fügt Ibtessam Beidoun, Quartiersmanagerin "Soziale Stadt" hinzu.

Der Spatenstich ist für die erste Hälfte 2015 geplant. Insgesamt wird die Bauphase rund zwei Jahre betragen und in 2017 beendet sein.

Ein Zugewinn für alle

Das Wohnprojekt ist nicht nur für die betroffenen Menschen ein Segen. Es schafft außerdem 16 neue Arbeitsplätze. Und auch für die Bürgerinnen und Bürger der Umgebung bietet es die Chance, Hemmschwellen abzubauen und Berührungsängste zu minimieren.

Psychisch bedingte Leiden nehmen in unserer Gesellschaft stark zu und entwickeln sich immer mehr zu einer Volkskrankheit. Betroffen davon kann jeder von uns sein – ob nun selbst oder innerhalb der Familie. Den positiven Umgang mit der Krankheit und den Betroffenen dadurch zu fördern, dass Zentren dieser Art in das „normale“ Umfeld integriert werden, sind wesentliche Beiträge, um Toleranz und Akzeptanz zu fördern.

Die Projektpartner der GEWOBAU werden in Veranstaltungen und Veröffentlichungen regelmäßig ausführlich über das Wohn-Integrations-Projekt informieren.